SAND.WASSER.WEITE

… manchmal braucht der Mensch nicht mehr als das. Dies im Gefühl hab ich das Auto gepackt und bin mit M. an die See gefahren. Die Zeichen standen auf ‚weg hier‘, denn erst rammten zwei verschiedene Autos das meine, darunter das der extra angereisten Freunde und Helfer in Grün. Dann ereilte mich die Lektion der notwendigen Geduld eines Keramikers, denn ein nicht genügend getrocknetes Werkstück zerbarst und verdarb alle anderen Keramiken gründlich. So weit, so … Es war Zeit für die Ostsee! Zeit zum auf die Wellen stieren. Sandschlösser mit Tunneln bauen. Möwendaunenfedern fangen morgens halb sieben. Übernachten im Auto. Vagabundieren wie es schöner kaum geht.

Zum Skizzen machen bin ich nicht gekommen. Nun ja, die Hoffnung darauf war eh nur chiasamenklein. Dafür konnte ich M.s Begeisterung für etliche verschiedene Pferderassen auf einem Reiterhof miterleben, bekam von ihr eine fachmädchige Unterweisung in Sachen Pferdepflegewerkzeuge. Wir haben Dr. Dolittle fast durchgelesen. Ich habe gefühlte achttausend Worte buchstabiert, weil M. Tagebuch geschrieben hat. Und sie hat einen Faible für Thomas Müller entwickelt. Zu meiner Zeit waren das Kirsten und Stübner. Aber das ist ein anderes Kapitel.

Jetzt sind wir wieder zurück. Haben noch Sand in den Taschen … und Schnupfen. Doch es war schön. Wie immer schön! Und mach‘ ich die Augen zu und trinke meinen Kaffee, dann stelle ich mir vor, ich sitze wieder dort im Sand und die Sonne wärmt das Gesicht, M.s Lachen mein Herz und der Kaffee erfreut die Nase und den Bauch.

karacho Keramik Becher am Strand

P. S.: Aber verzichten kann ich auf die ständigen ‚Huchs‘ und ‚Ooohs‘ und ‚Ach herrjes‘ auf der Autobahn, wenn ich das ‚Geschwindigkeitsbegrenzung aufgehoben‘-Schild passiere. Gibt es dafür eine nachgewiesene Blindheit? Ich schwöre – da war nie was.