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online und offline | Markt und Blaumeise

Selbständig zu Hause. Das heißt manchmal, wie Rotkäppchen den Weg zu verlassen. Aber nicht, weil da so schöne Blumen stehen. Nun ja, zumindest selten. Früh mal schnell noch die schwarze Wäsche zum Trocknen raus hängen. Ab morgen soll es ja regnen. Den Spüler fix vollmachen, dauert ja nicht lang und er macht das ja schließlich ganz allein.

Jetzt aber! Photoshop öffnen und einen guten, kurzen Text auf das freudige Mitteilungsfoto setzen, dass der karacho-shop wieder online ist.

Was ist das? Da vorm Fenster! Auf dem Fensterbrett. Gouda. (Mein schwarzer Kater.) Aber irgendwas sieht komisch aus. Gouda! Was?! Was hat er da? Die aufgeregte Meisenschar im Garten verheißt nichts Gutes. Und tatsächlich!

Er bringt mir eine Blaumeise als Geschenk. Verdammt!

Wie bekomme ich ihn jetzt bloß dazu, den armen Vogel wieder frei zu lassen? Sämtliche mutige Rettungsideen lösen sich in Rauch auf, als ich erkenne, dass der kleine Vogelkopf nur noch baumelt. Dem ist nicht mehr zu helfen. Aber draußen bleibt er damit trotzdem. Ich mache das Fenster nicht auf. Schnell in Gedanken ein ‚Tut mir leid, ich verspreche Dir, für Deine Waisen immer gutes Futter im Vogelhaus bereitzustellen“ murmeln und eine Kerze anzünden. Tut mir wirklich leid! Aber Katze ist Katze.

So – nun aber. Das Bild karacho wieder online posten. Auf allen Kanälen. Oh nein! Vor lauter Aufregung habe ich meine Pellkartoffeln zu lange gekocht. Sie schälen sich im Topf schon selbst. Nach dem Essen gehe ich in den Keller. Ich muss endlich die Schalung für die Gipsform-Herstellung zurechtsägen. Wieder oben stelle ich fest, dass es regnet. Heute schon. Wozu gibt es diese Wetter-App, wenn die außer bei phänomenal großen Regengebieten nie die Wahrheit sagt?! Also drei Etagen rauf und die Wäsche unter die Plane umhängen. Auf dem Rückweg sehe ich, dass die Kapuzinerkresse ganz große Samen hat. Die will ich noch absammeln. Und gießen. Die Pflanzen haben schließlich auch Durst.

Apropos. Ein Kaffee für die weitere Computerarbeit? Eine gute Idee! Wie schon heute Morgen mit mir beschlossen, will ich bei my deer die Vasen endlich in den online-shop stellen.

Da entdecke ich beim Kaffeebohnen mahlen noch ein paar kleine, rote Tomaten im Garten.

Die hole ich vorher noch rein. Ist ja schließlich schon Oktober. Die sind Bonus und besonders erfreulich. Auf dem Weg zur Ernte – da liegt sie. Die Blaumeise. Erstaunlich lange Beine hat sie. Nur leider keinen Kopf mehr. Das kann ich auf keinen Fall so lassen. Also hole ich die Schaufel, überlege mir einen angemessenen Letzte-Ruhe-Platz für den kleinen Vogel und begrabe ihn mit gebührendem Respekt unterm kleinen Holunder. Der ist auch erst dieses Jahr hier im Garten eingezogen. Es ist mittlerweile halb 2. Bevor ich mit dem Vermessen der Vasen beginne, schreibe ich hier noch einen Blog-Artikel …

P. S.: Der schöne Kater sitzt nun samtpfotig auf dem Stuhl neben mir. Niemals ist ihm diese Missetat zuzutrauen. Vorhin, beim Reinlassen durchs Fenster, segelte makabererweise eine kleine, graue Feder mit herein.

Immer genug Vogelfutter – ich schwöre!