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Fragen zu Halloween

Wieso ziehen Kinder los – mit dem Spruch ‚Süßes sonst gibt’s Saures‘? Was soll diese Drohung ’sonst gibt’s Saures‘? Bekommt man eine Zitrone? Essig vor die Tür geschüttet? Oder Schlimmeres?

Ich kann tatsächlich nichts daran finden, wenn an diesem Tag Kinder auf dem Abtreter stehen und mir beim Öffnen der Tür gierig ihre Behältnisse entgegenstrecken und diesen Spruch ausschreien.

Muss das denn sein? Muss man sich von hochmotivierten Begleit-Müttern belehren lassen, dass es aber gar nicht schön sei, dass man nichts für die Kinder da habe? Was machen die Vampire, Skelette und Hexen dann eigentlich mit den Beuteln voller Süßigkeiten?

Gruselig verkleiden – ist lustig. Kürbisgesichter – sind schön. Kürbisgesichter mit Kerze – sind schön und heimelig. Ich habe nicht per se was gegen diesen Tag.

Aber die Anleitung zum Zuckerzeug erdrohen mit diesem ‚Sonst‘ – das ist wie die Katze gegen den Strich streicheln. Da sträubt sich das Fell. Muss man immer was verlangen? Was bekommen? Nun denn, das kann ja zum Glück jeder selbst entscheiden. Meine drei Kinder sind auch ohne dieses zweifelhafte Brauchtum aufgewachsen und wohl geraten.

Ich denke gerade darüber nach, ob es in der DDR sowas wie Halloween gab. Ich kann es mir eigentlich nicht vorstellen.

Daran erinnern kann ich mich auch nicht. Verkleidet wurde sich ein Mal im Jahr – zu Fasching im Februar. Und gut. An so große Kürbisse mit Gesichtern kann ich mich auch nicht erinnern.

Meinen Hauptkontakt mit Kürbissen hatte ich damals im Schulgarten.

Dort habe ich das Jahr über handgroße Zierkürbisse gepflegt und durfte mir später ein paar ulkige für zu Hause aussuchen. Schnitzen konnte man die nicht. Essen auch nicht. Das Kürbiskompott in der Schulküche dagegen war offenbar auf großen Kürbissen gemacht – aber unbeschreiblich ekelig. Heute liebe ich ja Kürbis. Damals war es mir unerklärlich, wem diese blassorangen, sauer-breiigen Kompottstücke schmecken sollten. Ich kannte niemanden.

So ändern sich die Zeiten. Die Bräuche. Die Ansichten. Der Geschmack. Zum Glück für den Kürbis. Und mich.